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Pure Leichtigkeit in schweren Zeiten

Ein Freiluft-Konzert für die Bewohner des Anna-Stiftes organisiert die Sonneberger Musikschule. Mit Geige und Akkordeon zaubern Aaron Heinrich und Roland Brehm den betagten Herrschaften ein Lächeln ins Gesicht.

Sonneberg – „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Dieses Zitat des französischen Schriftstellers Victor Hugo ist so passend in Tagen wie diesen. Wenn der Leierkasten-Mann vor dem Altenheim in Mupperg einen musikalischen Geburtstagsgruß für eine Seniorin überbringt. Wenn die Schlimmbach-Zwillinge vor den Wolkenrasen-Balkonen konzertieren, um die Menschen in Sonnebergs größtem Stadtteil in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen zu erfreuen.
Oder wenn Aaron Heinrich und Roland Brehm im Hof des Anna-Stiftes ihre Instrumente auspacken und sie zum Klingen bringen. „Gerade jetzt muss etwas gemacht werden“, sagt Roland Brehm. Dem langjährigen Honorarlehrer für Akkordeon an der Musikschule Sonneberg sind die leeren Parkplätze vor dem Altenpflegeheim in der Oberlinder Straße nicht entgangen. „Sonst sind sie immer voll am Wochenende, aber der Anblick heute und die Geisterstimmung haben mich richtig berührt.“

Wegen der Corona-Pandemie ist Besuch von Angehörigen, Freunden und ehemaligen Weggefährten nicht erlaubt. Die knapp 70 pflegebedürftigen Bewohner haben also noch weniger soziale Kontakte als ohnehin schon. Pflegedienstleiterin Annette Hellbach und Betreuungschefin Conny Morgenroth sind froh über die Abwechslung, die Aaron Heinrich und Roland Brehm am vergangenen Samstagnachmittag mitbringen.

Für genügend kulturellen Schwung und Abwechslung in der Einrichtung des Diakoniewerks Hildburghausen/Eisfeld e.V. sorgt normalerweise Michael Brand, der frühere Kulturamtsleiter der Stadt Sonneberg. Als Heimfürsprecher organisiert er regelmäßig Veranstaltungen wie eine monatliche Geschichts-Vortragsreihe in der Tagespflege, kleine Konzerte oder das Sommerfest. Regelmäßig tritt etwa Dorothea Holtz mit ihren Musikschülern im Anna-Stift auch. Und auch Roland Brehm und Aaron Heinrich sind des Öfteren zu Besuch in der Einrichtung, um den älteren Herrschaften ein Ständchen zu bringen. „Es kommt immer was zu zurück“, weiß etwa Aaron Heinrich. Doch, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, liegt freilich auch die kulturelle Schiene für die Senioren brach.

Das zu ändern sind die beiden Vollblut-Musiker angetreten: Im Halbrund sind die Frauen und Männer in ihren Rollstühlen – natürlich mit gebührend Abstand – um das Musiker-Duo verteilt. Das Wetter spielt mit und so genießen alle ein Stündchen Leichtigkeit. Heinrich und Brehm haben aus ihrem großen Repertoire Ungarischen Csardas, Klezmer-Musik, französische Klänge oder auch das Wienerlied „Im Prater blühn wieder die Bäume“ mitgebracht. Dazu auch Gedichte von Rilke, Ringelnatz & Co. Ihre Musik fügt sich wie eine leichte Sommerbrise in die Kulisse ein.

„Das ist ein Gewinn für beide Seiten“, beurteilt Musikschullehrer Aaron Heinrich. Zu Hause zu sitzen und für sich allein zu spielen, nütze weder den Musikern noch den anderen. Und so könne man wenigstens noch etwas Gutes tun, während an der Einrichtung in der Villa Craemer am Weißen Rangen nicht unterrichtet werden kann sowie Frühlingskonzerte, Orchester- und Band-Auftritte abgesagt sind. Weitere musikalische Einlagen sind geplant, erzählt Musikschuldirektorin Petra Adelbert, die in verschiedenen Einrichtungen rund gerufen hat. Vor dem Wohn- und Pflegezentrum „Goldenen Au“ der Volkssolidarität und am Sonneberger Krankenhaus wird es die nächsten Konzerte für die Senioren und Pflegekräfte beziehungsweise die Patienten und das medizinische Personal geben.

„Selbst, wenn sich woanders die Situation lockert, wird sie in den Altenpflegeheimen und den medizinischen Einrichtungen sicher noch länger so bleiben. Deshalb bleiben wir an dem Thema dran“, verspricht sie.
Cindy Heinkel

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„Wege in Dir“ – Teilhabe am Arbeitsleben -

Seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und gebraucht zu werden – all das bietet das Hinzuverdienstprojekt „WinD – Wege in Dir“ für Menschen mit psychischer Erkrankung, seelischer Behinderung und für suchtkranke Menschen im Landkreis Hildburghausen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Maßnahmeträger ist die Diakonische Soziale Dienste gGmbH mit Sitz in Hildburghausen.
Lächelnd räumt Alexander Heun die großen Maschinen bei der Textilreinigung Hübscher in Hildburghausen aus. Vorausgegangen ist ein Profiling (Abtestung), welches sich intensiv mit den Stärken und Schwächen, Selbst- und Fremdeinschätzung auseinandersetzt, und darauf aufbauend folgte ein Bewerbungscoaching des Teilnehmenden. Alexander Heun nahm auch an einer Fortbildung im Bildungszentrum Holz in Kloster Veßra teil. Das Thema war Selbstbestimmung und Selbstvertretung, wie trete ich selbstbewusst auf, „NEIN“ sagen können, was bedeutet es, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, miteinander reden, streiten und verhandeln. Nach einem gelungenen Vorstellungsgespräch und einem 14-tägigen Kennenlernpraktikum sind sich die Textilreinigung Hübscher und Alexander Heun einig – „die Chemie stimmt“.


Die Textilreinigung Hübscher hat eine lange Tradition. Diese reicht bis ins Jahr 1903 zurück. Seit 1995 leitet Toralf Hübscher das Unternehmen. Die Textilreinigung Hübscher bearbeitet vorrangig Oberbekleidung und Wäsche für private aber auch für gewerbliche Kunden. Sein Praktikant hat sich zu einem festen Teil der Firma entwickelt. In seiner Arbeitszeit in der Textilreinigung erledigt er seine Aufgaben sehr zuverlässig und ist somit eine große Hilfe für das gesamte Team. Wir haben mit unserem neuen Kollegen nunmehr elf Mitarbeiter und beliefern Kunden und Betriebe im gesamten Raum Südthüringen und Nordbayern. Herr Heun hat seinen Tätigkeitsbereich vorrangig in der Bearbeitung gewerblicher Wäsche. Hier werden Arbeitskleidung für Firmen und Wäsche für Hotel und Gastronomie bearbeitet, aber auch mehrere hundert Wischbezüge für Gebäudereinigungen gehen pro Tag durch die Hände von Alexander Heun. Ende Dezember 2019 unterschrieb Alexander Heun seinen Arbeitsvertrag als geringfügig Beschäftigter bei der Textilreinigung Hübscher.


Info: Sind Sie neugierig auf das Hinzuverdienstprojekt „WinD“ geworden? Sie finden uns in der oberen Marktstraße 43 in Hildburghausen oder erreichen uns telefonisch unter 03685-405200 oder 0171 1489694.

 

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